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Verschiedene Fächerarten


Faltfächer: Gebräuchlichste Fächerart; das Blatt ist an ein Fächergestell anmontiert. Der Fächer lässt sich bequem zusammenfalten.

Briséfächer: Zweithäufigste Fächerart; der Fächer besteht nur aus breiten Stäben ohne separates Blatt und wird von einem eingezogenen Band zusammengehalten.

Radfächer: Ein auf 360° aufklappbarer Fächer, bei dem die unteren, über den Kreis hervorstehenden Stabenden den Griff bilden.

Kokardenfächer: Fächer mit hölzernem Etui und Kordeln an beiden Enden, aus dem sich durch Ziehen ein vollständiges Rad herausdrehen lässt.

Handschirm oder Kaminfächer: Fest auf einem Griff installierte Scheibe, die nicht wie andere Fächer zusammengeklappt werden kann. Wurde von den Damen zum Schutz vor der Hitze am brennenden Kamin vor das Gesicht gehalten.

Pliantfächer: Federförmige Einzelblätter aus Papier oder Stoff sind wie Federn an Stäbe anmontiert und werden durch einen Faden zusammengehalten. Oft befindet sich an der Oberseite solcher Fächer eine Borte aus Marabufedern.

Cabrioletfächer: Seltene Sonderform des Faltfächers, bei der die Stäbe mit zwei oder sogar drei Blättern bespannt sind. Die Bezeichnung rührt von einer Mitte des 18. Jahrhunderts in England erfundenen, kleinen einspännigen Kutsche her, die nur zwei Räder besaß.

Parasolfächer, sog. "Knicker": Das geschwungene Gestell dieses speziellen Radfächers kann um eine kleine Achse, mit der es am dünnen Ende des Griffs befestigt ist, gedreht werden, sodass das Blatt einen leicht gewölbten Schirm bildet. Konnte so sowohl als Fächer als auch als kleiner Sonnenschirm benutzt.

Teleskopfächer: Fächer, bei dem das Blatt in Art eines Teleskops an den Stäben auf und ab geschoben werden kann. Im heruntergeschobenen Zustand ließ sich der Fächer leichter in einer Handtasche verstauen.

Federfächer: Einzelne Federn (zumeist Straußenfedern) werden an einzelne Stäbe anmontiert und von einem Faden zusammengehalten.

Ballon- bzw. Fontangefächer: Fächerform, bei der die Stäbe und das Blatt von außen nach innen länger werden und so die Form eines Ballons erhalten. Die Bezeichnung „Fontange“ geht auf eine im Rokoko gebräuchliche Frisur ähnlicher Form zurück.

Eventail à dislocation: Das Blatt solch seltener Fächer besteht zumeist aus verschiedenfarbigen Bändern. Es wird eine ganz besondere Technik angewandt, dass sich die einzelnen Blattsegmente ineinander verzahnen, wenn man den Fächer richtig öffnet. Wird er zur falschen Seite hin aufgemacht, fällt er in seine Einzelteile auseinander.

Miniaturfächer: Sehr kleine Fächer, die entweder als Puppen- oder Kinderfächer gedacht waren. Oft wurden derartige Fächer auch als Ballspende an die anwesenden Damen verteilt.

Riesenfächer: Sehr große Fächer, die meistens mehr zu dekorativen Zwecken als zum Wedeln verwendet wurden.

Tanzfächer: Fächer verschiedenster Form, die als Ballspende an die anwesenden Damen verteilt wurden. Die Herren konnten sich darauf für die einzelnen Tänze vormerken lassen.

Hochzeitsfächer: Ganz in Weiß gehaltener Fächer aus Spitze, Seide, Federn o.ä., der von der Braut benutzt wurde.

Trauerfächer: Im Gegensatz zum Hochzeitsfächer ganz in Schwarz gehalten, wurden solche Fächer bei Trauerfeiern oder während einer Hoftrauer verwendet.

Tanzstundenfächer: Einfacher Fächer aus Holz, den junge Damen in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts zu ihrer Tanzstunde erhielten. Die Tanzpartner trugen sich auf dem Fächer wie in ein Poesiealbum ein.